Beratung
Das passende Konzept für Ihre Ansprüche
Eine gute Beleuchtung macht den Unterschied – sie schafft Stimmung, sorgt für Orientierung und steigert das Wohlbefinden. Doch oft ist es gar nicht so einfach, die richtigen Leuchten auszuwählen. Begriffe wie Lumen, CRI oder Lichtfarbe wirken schnell technisch. Genau hier setzt unsere Lichtberatung an: Wir übersetzen die Fachsprache in verständliche Empfehlungen und entwickeln gemeinsam mit Ihnen das passende Konzept – praktisch, einfach und auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten.
FAQ
FAQ
Häufige Fragen zur Lichtplanung
Welche Lichtfarbe passt in welchen Raum?
Warmweisses Licht (ca. 2700–3000 Kelvin) sorgt für Gemütlichkeit im Wohn- und Schlafzimmer. Neutralweisses Licht (ca. 3500–4000 Kelvin) eignet sich für Küchen oder Büros, wo Konzentration gefragt ist. Kaltweisses Licht (über 5000 Kelvin) wird vor allem in Arbeits- oder Technikbereichen eingesetzt.
Was bedeuten die Lumenzahlen auf dem Etikett?
Die Lumenangabe gibt an, wie hell eine Lampe tatsächlich leuchtet – unabhängig vom Stromverbrauch (Watt). Je höher die Lumen, desto heller das Licht. Ein Beispiel: ca. 800 Lumen entsprechen in etwa einer herkömmlichen 60-Watt-Glühlampe.
Was ist der CRI und warum ist er wichtig?
Der Colour Rendering Index (CRI) zeigt, wie naturgetreu Farben im Licht einer Lampe wirken. Ein hoher Wert (über 90) sorgt dafür, dass Farben lebendig und realistisch erscheinen – besonders wichtig in Wohnräumen, Ausstellungen oder überall dort, wo Details und Farbtöne zählen.
Warum brauche ich noch eine Grundbeleuchtung, wenn ich Spots habe?
Spots setzen Akzente und schaffen spannende Effekte, aber sie ersetzen keine gleichmässige Ausleuchtung. Eine Grundbeleuchtung sorgt für Orientierung, verhindert harte Schatten und macht den Raum angenehm nutzbar. Die Kombination aus Grund- und Akzentlicht schafft erst das richtige Lichtkonzept. Brauche ich dimmbare Leuchten? Dimmbare Leuchten machen Räume flexibel: Hell zum Arbeiten oder Putzen, gedimmt für Gemütlichkeit am Abend. Vor allem in Wohnräumen ist Dimmbarkeit sehr sinnvoll. Wichtig ist, schon beim Kauf darauf zu achten, ob Lampe und Treiber dimmbar sind.
Was ist der Unterschied zwischen LED und Halogen?
Halogenlampen gibt es kaum noch, weil sie viel Strom verbrauchen. LEDs sind heute Standard: Sie sind energieeffizient, langlebig und bieten inzwischen genauso schönes Licht wie Halogen – mit viel mehr Auswahl an Lichtfarben und Formen.
Wie viele Leuchten brauche ich in einem Raum?
Das hängt von der Raumgrösse und der Nutzung ab. Ein Wohnzimmer benötigt oft eine Kombination aus Grundbeleuchtung, Stehleuchten und Spots, während im Flur meist eine gute Deckenleuchte ausreicht. Hier helfen wir, die passende Menge und Position zu berechnen.
Was ist besser – direktes oder indirektes Licht?
Direktes Licht leuchtet Flächen gezielt aus, etwa einen Tisch. Indirektes Licht strahlt gegen Decken oder Wände und schafft eine weiche, angenehme Atmosphäre. Am schönsten wirkt die Mischung aus beiden.
Worauf muss ich im Badezimmer achten?
Hier ist Sicherheit entscheidend: Leuchten müssen spritzwassergeschützt sein (IP-Schutzarten). Gleichzeitig lohnt es sich, über Spiegelbeleuchtung nachzudenken, die das Gesicht gleichmässig ausleuchtet.
Was bedeutet UGR und wie wird er gemessen?
UGR (Unified Glare Rating) ist ein international standardisierter Wert, der die Blendwirkung einer Leuchte in einem Raum beschreibt. Die Skala reicht von 10 (kein wahrnehmbare Blendung) bis 30 (stark blendend). Je tiefer der Wert, desto angenehmer das Licht für die Augen.
Orientierung:
UGR 28 — Blendung, einfache Lagerhallen oder Treppenhäuser
UGR 22 — mittlere Anforderungen, Produktionshallen
UGR 19 — erhöhte Anforderungen, allgemeine Büroräume (europäische Norm EN 12464-1)
UGR 16 — anspruchsvolle Arbeitsplätze, technisches Zeichnen, Feinmontage
UGR <13 — hohe Entblendung, bildschirmintensive Arbeitsplätze, CAD-Arbeitsplätze, Kontrollräume
Für klassische Büroarbeitsplätze mit Bildschirm gilt UGR≤19 als Mindestanforderung nach Norm.
Was bedeuten die IP-Schutzgrade?
Der IP-Schutzgrad (Ingress Protection) besteht aus zwei Ziffern: Die erste steht für Staubschutz (0–6), die zweite für Wasserschutz (0–9).
Wichtigste Stufen im Überblick:
IP20 — kein besonderer Schutz, nur für trockene Innenräume
IP44 — geschützt gegen Fremdkörper >1mm und Spritzwasser aus allen Richtungen — Badezimmer, überdachte Aussenbereiche
IP54 — staubgeschützt und spritzwassergeschützt — Treppenhäuser, Eingangsbereiche, überdachte Aussenanlagen
IP65 — vollständig staubdicht, geschützt gegen Strahlwasser — Fassaden, Carports, Industrieaussenanlagen
IP66 — vollständig staubdicht, geschützt gegen starkes Strahlwasser — anspruchsvolle Industrieumgebungen
IP67 — vollständig staubdicht, kurzzeitig wasserdicht bis 1m Tiefe
IP68 — vollständig staubdicht, dauerhaft wasserdicht (Unterwasseranwendungen)
Für Schweizer Aussenanlagen empfehlen wir mindestens IP54, für direkt bewitterte Fassaden IP65.
Was beschreibt die Lichtqualität einer LED-Leuchte — und welche Kennwerte sind relevant?
Die Lichtqualität einer LED-Leuchte lässt sich nicht mit einem einzigen Wert beschreiben. Erst das Zusammenspiel mehrerer Kennwerte ergibt ein vollständiges Bild.
CRI / Ra — Farbwiedergabeindex CRI (Colour Rendering Index) bzw. Ra beschreibt, wie natürlich Farben unter einer Lichtquelle im Vergleich zu Tageslicht wirken. Skala 0–100, je höher desto naturgetreuer. Der Ra-Wert berechnet sich aus dem Durchschnitt von 8 Pastellreferenzfarben (R1–R8), der erweiterte CRI umfasst bis zu 14 Testfarben.
Orientierung:
CRI <65 — nur für Aussen- und Industriebereiche ohne Farbkritikalität (EU-Mindestanforderung)
CRI 80 — gesetzliches Minimum für Wohn- und Bürobereiche (EU-Verordnung Nr. 1194/2012), Norm EN 12464-1
CRI 90+ — sehr gute Farbtreue, empfohlen für Büros mit Anspruch, Verkaufsräume, Schulen
CRI 95+ — exzellent, für Medizin, Grafik, Galerien, Kosmetik, Lebensmittelbeleuchtung
CRI 97–100 — höchste Stufe, annähernd Tageslichtqualität
Wichtig: Ein hoher Ra-Wert sagt noch nichts über die Rotwiedergabe aus — dafür gibt es den R9-Wert.
R9 — Rotwiedergabe R9 ist der spezifische Farbwiedergabewert für gesättigte Rottöne. Er ist nicht im Standard-Ra enthalten, aber für viele Anwendungen entscheidend — Hauttöne, Lebensmittel, rote Dekorationselemente und Sicherheitsfarben enthalten viele Rotanteile. Eine LED kann Ra 90 erreichen und trotzdem einen schlechten R9-Wert haben.
Orientierung:
R9 <0 — schlecht, Rottöne werden stark verfälscht
R9 >50 — gut, geeignet für die meisten Büroanwendungen
R9 >80 — sehr gut, empfohlen für Shops, Gastronomie, Kosmetik, Medizin
Hochwertige LED-Hersteller geben den R9-Wert immer separat an — das ist ein verlässliches Qualitätsmerkmal.
MacAdam-Ellipsen / SDCM — Farbkonsistenz Selbst wenn zwei Leuchten der gleichen Serie nominell identisch sind, kann die tatsächliche Lichtfarbe leicht abweichen — bedingt durch Fertigungstoleranzen. Diese Abweichung beschreibt der SDCM-Wert (Standard Deviation of Colour Matching), auch bekannt als MacAdam-Stufen.
Der US-Wissenschaftler David MacAdam definierte 1942 Ellipsen im Farbdiagramm, innerhalb derer das menschliche Auge keine Farbunterschiede wahrnimmt. Je kleiner der SDCM-Wert, desto konsistenter die Lichtfarbe.
Orientierung:
1 SDCM — kein wahrnehmbarer Unterschied, höchste Konsistenz
2–3 SDCM — kaum wahrnehmbar, empfohlen für hochwertige Installationen
4 SDCM — ANSI-Norm, noch akzeptabel für viele Anwendungen
5–6 SDCM — für einfache Allgemeinbeleuchtung noch zulässig (EU max. 6 SDCM)
6 SDCM — sichtbare Farbunterschiede, kritisch bei Wandflutungen oder Lichtlinien
Praxisrelevanz: Bei Wandflutungen, langen Lichtbändern oder weissen Wänden sind selbst kleine Farbabweichungen sofort sichtbar. Für solche Anwendungen sollten ausschliesslich Leuchten mit ≤3 SDCM eingesetzt werden.
IES TM-30 — Das modernere Messverfahren Der klassische CRI/Ra hat eine bekannte Schwäche: Er basiert auf nur 8 Pastellfarben und wurde ursprünglich für Glühlampen entwickelt. Bei modernen LEDs kann ein hoher Ra-Wert eine tatsächlich schlechte Farbwiedergabe verschleiern.
Das 2015 von der Illuminating Engineering Society (IES) entwickelte TM-30-Verfahren behebt diese Schwäche mit 99 Referenzfarben aus dem Alltag und liefert zwei unabhängige Kennwerte:
Rf — Fidelity Index (Farbtreue): Ähnlich dem Ra, aber auf Basis von 99 Referenzfarben. Skala 0–100, je höher desto besser.
Rg — Gamut Index (Farbsättigung): Gibt an, ob Farben kräftiger oder blasser wirken als im Tageslicht. Referenzwert 100 = Tageslicht. Werte >100 bedeuten leicht erhöhte Sättigung, Werte <100 bedeuten blassere Farben.
Zusätzlich liefert TM-30 eine Color Vector Graphic — ein rundes Diagramm, das auf einen Blick zeigt, welche Farbbereiche zu kräftig oder zu blass dargestellt werden.
Empfehlungen:
Rf >80, Rg 95–105 — gute Allgemeinbeleuchtung
Rf >90, Rg 95–105 — Büros, Schulen, Gesundheitswesen
Rf >95, Rg ≈100 — Museen, Galerien, medizinische Diagnostik
Hinweis: TM-30 hat sich vor allem im amerikanisch-pazifischen Raum etabliert. In Europa wird weiterhin primär Ra/CRI verwendet, TM-30 wird jedoch zunehmend von Lichtplanern bei anspruchsvollen Projekten angefordert.
Flicker / Flimmern — PstLM und SVM Flimmern ist eine häufig unterschätzte Lichtqualitätseigenschaft. Obwohl oft nicht bewusst wahrnehmbar, kann periodisches Flimmern zu Kopfschmerzen, Augenermüdung und in Industrieumgebungen zu gefährlichen Stroboskopeffekten führen — etwa bei rotierenden Maschinenteilen.
Die EU-Ökodesignverordnung (EU 2019/2020) schreibt zwei Grenzwerte vor:
PstLM — Kurzzeit-Flickerindex: Bewertet das für das Auge wahrnehmbare Flimmern. Grenzwert ≤1,0.
SVM — Stroboscopic Visibility Measure: Bewertet den Stroboskopeffekt bei bewegten Teilen. Grenzwert ≤0,4. Besonders relevant in Produktionshallen und Werkstätten.
Eine Leuchte gilt als flimmerfrei, wenn PstLM ≤1,0 und SVM ≤0,4. Das Betriebsgerät — nicht die LED selbst — ist der entscheidende Qualitätsfaktor für gute Flickerwerte.
Welche Kennwerte sollte ich bei der Auswahl einer Leuchte verlangen?
Büro / Allgemeinbeleuchtung → Ra ≥80, R9 >50, SDCM ≤3, PstLM ≤1,0, SVM ≤0,4
Hochwertige Büros / Schulen / Gesundheit → Ra ≥90, R9 >80, SDCM ≤3, TM-30 Rf >90
Shops / Gastronomie / Ausstellungen → Ra ≥90–95, R9 >80, SDCM ≤2
Industrie / Lager → Ra ≥80, Fokus auf Flimmerfreiheit (SVM ≤0,4)
Medizin / Diagnostik / Galerien → Ra ≥95, R9 >90, TM-30 Rf >95
Welche Dimm-Methoden und Steuerprotokolle gibt es bei LED-Leuchten?
Es gibt analoge und digitale Dimm-Methoden. Die Wahl hängt vom Projekt, der Installationssituation und den Anforderungen ab.
Analoge Dimm-Methoden (kabelgebunden)
Phasenanschnitt (auch: TRIAC, Leading Edge) Der Klassiker für einfache Installationen. Ein elektronischer Schalter (TRIAC) «schneidet» die Wechselspannung am Anfang jeder Halbwelle ab, wodurch weniger Energie zur Leuchte gelangt. Günstig und weit verbreitet — jedoch nicht alle LED-Treiber sind kompatibel. Wichtig: Nur mit explizit TRIAC-kompatiblen Leuchten verwenden, sonst kann es zu Flackern oder Schäden kommen.
Phasenabschnitt (auch: Trailing Edge, ELV) Ähnlich wie Phasenanschnitt, aber die Spannung wird am Ende der Halbwelle abgeschnitten. Schonender für elektronische Treiber, erzeugt weniger Wärme und ist für moderne LED-Leuchten besser geeignet als klassischer Phasenanschnitt.
SCR-Dimmung SCR (Silicon Controlled Rectifier) ist die technische Grundlage hinter klassischen Phasenanschnitt-Dimmern. Im Alltag werden SCR und TRIAC oft synonym verwendet — beide funktionieren nach demselben Prinzip des Phasenschneidens.
0–10V Dimmung Ein separates analoges Steuersignal (0 bis 10 Volt Gleichspannung) wird parallel zur Netzspannung geführt und steuert die Helligkeit des Treibers. Bei 0V ist die Leuchte aus, bei 10V auf voller Helligkeit. Sehr robust, störsicher und weit verbreitet in Gewerbe- und Industriebauten.
1–10V Dimmung Ähnlich wie 0–10V, jedoch beginnt der Dimmbereich erst bei 1V — das entspricht ca. 10% Helligkeit. Die Leuchte lässt sich damit nicht vollständig über das Steuersignal ausschalten, sondern benötigt einen zusätzlichen Schalter. Oft in älteren Installationen oder bei Nachrüstprojekten anzutreffen. Moderne Treiber unterstützen häufig beide Standards.
PWM (Pulsweitenmodulation) Digitale Dimmmethode, bei der die Leuchte sehr schnell ein- und ausgeschaltet wird. Das Verhältnis von Ein- zu Auszeit bestimmt die wahrgenommene Helligkeit. Flimmerfreier als analoge Methoden, wenn die Frequenz hoch genug ist (empfohlen >1000 Hz, in Industrieumgebungen mit rotierenden Teilen >3 kHz).
Digitale Steuerprotokolle (kabelgebunden)
DALI / DALI-2 (Digital Addressable Lighting Interface) DALI ist ein internationaler, kabelgebundener Standard zur digitalen Lichtsteuerung über einen Zwei-Draht-Bus (normiert nach IEC 62386). Jede Leuchte erhält eine eigene Adresse und lässt sich einzeln oder in bis zu 16 Gruppen dimmen, schalten und überwachen. Bis zu 64 Geräte sind pro Bus-Segment möglich. DALI ist bidirektional — die Leuchte meldet zurück, ob sie funktioniert, wie hell sie ist und ob ein Fehler vorliegt. Herstellerunabhängig und zukunftssicher.
DALI-2 ist die Weiterentwicklung (ab 2014) mit strengerer Zertifizierung, echter Interoperabilität zwischen Geräten verschiedener Hersteller sowie erweiterter Unterstützung für Sensoren, Taster und Steuergeräte. DALI-2 ist rückwärtskompatibel — ältere DALI-Komponenten können weiterhin eingebunden werden.
Die wichtigsten DALI-Gerätetypen (Device Types):
DT1 — Notlichtsteuerung. Autarke Notleuchten lassen sich über DALI überwachen, testen und dokumentieren. Automatische Funktionstests (wöchentlich/monatlich) und Dauertests sind steuerbar und protokollierbar — wichtig für Normenkonformität.
DT6 — Standard-LED-Treiber. Der am weitesten verbreitete Gerätetyp für einfaches, stufenloses Dimmen von einfarbigen oder festweissen LED-Leuchten. Jeder Farbkanal benötigt eine eigene DALI-Adresse.
DT7 — Schaltsteuerung. Für einfache Schalt-Anwendungen ohne Dimmen.
DT8 — Farbsteuerung. Der wichtigste Gerätetyp für moderne Lichtprojekte. DT8 ermöglicht die Steuerung von Helligkeit und Farbtemperatur über nur eine einzige DALI-Adresse — auch bei mehrkanaligen Leuchten. DT8 unterstützt vier Betriebsmodi:
Tunable White (TW) — stufenlose Einstellung der Farbtemperatur zwischen warmweiss (~2700K) und tageslichtweiß (~6500K). Ideal für Human Centric Lighting.
XY-Farbraum — präzise Farbsteuerung nach CIE-Normfarbtafel für höchste Farbgenauigkeit.
RGB — Steuerung von Rot-, Grün- und Blaukanälen für farbiges Licht.
RGBW — RGB mit zusätzlichem Weisskanal für sattere Farben und bessere Weissdarstellung.
DT8 vs. DT6 kurz erklärt: Bei DT6 braucht jeder Farbkanal eine eigene DALI-Adresse (z.B. Warm-Weiss und Kalt-Weiss = 2 Adressen). Bei DT8 werden alle Kanäle über eine einzige Adresse gesteuert — weniger Aufwand, mehr Leuchten pro Bus möglich.
Human Centric Lighting (HCL) DT8 Tunable White ist die technische Grundlage für Human Centric Lighting — ein Beleuchtungskonzept, das den natürlichen Tagesverlauf des Sonnenlichts nachbildet. Morgens kühles, aktivierendes Licht (>5000K), mittags neutralweiss, abends warmweiss (<3000K). Studien belegen positive Auswirkungen auf Konzentration, Wohlbefinden und Schlafqualität — besonders relevant für Büros, Schulen, Pflegeeinrichtungen und Spitäler.
Ideal für DALI: Bürogebäude und Neubauten mit Busverkabelung, Industriehallen mit zonenweiser Steuerung, Projekte mit Notlichtanforderungen, Gebäude mit KNX-Integration.
KNX Weitverbreiteter Gebäudebus-Standard für die gesamte Gebäudeautomation — nicht nur Licht, sondern auch Beschattung, Heizung, Sicherheit. Leuchten werden über KNX-Aktoren angesteuert, oft in Kombination mit DALI. Für grössere Gebäude mit zentraler Steuerung.
DMX512 Ursprünglich aus der Bühnen- und Eventtechnik. Ermöglicht sehr präzise Steuerung von bis zu 512 Kanälen — ideal für farbige Leuchten, RGB-Installationen und dynamische Lichteffekte.
Drahtlose Steuerprotokolle
Casambi (Bluetooth) Drahtloses Steuerungssystem auf Bluetooth-Basis (Bluetooth Low Energy). Leuchten mit Casambi-Modul bilden ein selbstorganisierendes Mesh-Netzwerk ohne zentrale Steuereinheit. Steuerung über App, Wandtaster oder Gateway. Casambi kann verschiedene Dimm-Methoden ansprechen: DALI, 0–10V, 1–10V, Phasenschnitt und PWM. Ideal für Renovationen, Nachrüstprojekte oder Räume ohne Busverkabelung.
Zigbee Drahtloses Mesh-Protokoll auf 2.4 GHz-Basis, ähnlich wie Casambi aber offener Standard. Wird von vielen Smart-Home-Systemen unterstützt (z.B. Amazon Echo, Philips Hue Bridge). Gut geeignet für kleinere bis mittlere Installationen.
Matter Der neueste, herstellerübergreifende Smart-Home-Standard, unterstützt von Apple, Google, Amazon und Samsung. Matter vereinheitlicht die Kommunikation zwischen Smart-Home-Geräten — Leuchten mit Matter-Unterstützung lassen sich in jedes kompatible Ökosystem einbinden, ohne Abhängigkeit von einem einzelnen Hersteller. Matter läuft über WLAN, Thread oder Ethernet.
Thread Energiesparendes Mesh-Protokoll, das oft zusammen mit Matter verwendet wird. Besonders zuverlässig für grössere drahtlose Netzwerke, da jedes Gerät als Router fungieren kann.
Welches Steuerungssystem ist das richtige für mein Projekt?
Einfache Einzel-Dimmung, Bestandsbau → TRIAC/Phasenabschnitt oder 1–10V
Gewerbe/Industrie, zonenweise → 0–10V oder DALI
Professionelles Bürogebäude, Neubau → DALI-2, ggf. mit KNX
Farbtemperatursteuerung / Human Centric Lighting → DALI DT8
Renovation, keine neue Verkabelung möglich → Casambi
Smart Home / Wohnbereich → Casambi, Zigbee oder Matter
Übersicht
- Welche Lichtfarbe passt in welchen Raum?
- Was bedeuten die Lumenzahlen auf dem Etikett?
- Was ist der CRI und warum ist er wichtig?
- Warum brauche ich noch eine Grundbeleuchtung, wenn ich Spots habe?
- Was ist der Unterschied zwischen LED und Halogen?
- Wie viele Leuchten brauche ich in einem Raum?
- Was ist besser – direktes oder indirektes Licht?
- Worauf muss ich im Badezimmer achten?
- Was bedeutet UGR und wie wird er gemessen?
- Was bedeuten die IP-Schutzgrade?
- Was beschreibt die Lichtqualität einer LED-Leuchte — und welche Kennwerte sind relevant?
- Welche Dimm-Methoden und Steuerprotokolle gibt es bei LED-Leuchten?
Wir freuen uns darauf, unser noch viel umfangreicheres Wissen über Beleuchtung und Lichtplanung mit Ihnen zu teilen.
Peter Walker
Beratung vor Ort